Herzgesundheit in den Wechseljahren - was Sie wissen sollten

In meiner Sprechstunde sehe ich regelmäßig Frauen zwischen 45 und 60, die über Herzstolpern, Herzrasen oder einen ungewöhnlichen Blutdruckanstieg berichten – und sich fragen, ob das mit den Wechseljahren zusammenhängt. Meistens lautet die Antwort: ja, oft schon. Die Wechseljahre sind ein unterschätzter Wendepunkt für die Herzgesundheit. Ich erkläre Ihnen, was dahintersteckt – und was Sie jetzt tun können.

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Was die Wechseljahre mit dem Herz machen

Östrogen schützt das Herz – das ist medizinisch gut belegt. Es hält Blutgefäße elastisch, reguliert den Cholesterinspiegel und wirkt entzündungshemmend. Mit der Menopause fällt dieser Schutz weg.

Die Folgen können sich schleichend zeigen:

  • Bluthochdruck tritt nach der Menopause deutlich häufiger auf
  • LDL-Cholesterin (das „schlechte“) steigt an, HDL sinkt
  • Arteriosklerose – die Verkalkung der Gefäße – schreitet schneller voran
  • Das Risiko für Herzinfarkt und Schlaganfall nähert sich dem von Männern an

Das bedeutet nicht, dass jede Frau in den Wechseljahren herzkrank wird. Aber es bedeutet, dass jetzt der richtige Zeitpunkt für einen kardiologischen Check-up ist – bevor Beschwerden entstehen.

Wechseljahre oder Herz - wie unterscheide ich das?

Viele Symptome der Wechseljahre und kardiologische Beschwerden überschneiden sich und können leicht verwechselt werden. Das macht eine ärztliche Einordnung so wichtig:

SymptomWechseljahreKardiologisch abklären
Herzrasen / HerzstolpernHäufig hormonell bedingtBei Regelmäßigkeit oder Begleitsymptomen
HitzewallungenTypischSelten kardial, aber Blutdruckeffekt möglich
KurzatmigkeitEher untypischImmer abklären
Brustdruck / -engeSeltenSofort abklären
SchlafstörungenHäufigBei Herzrasen nachts abklären
Plötzlicher BlutdruckanstiegMöglichKardiologisch kontrollieren

Wenn Sie unsicher sind, ob Ihre Beschwerden hormonell oder kardial bedingt sind – genau dafür bin ich da.

Was ich in der Sprechstunde untersuche

Eine kardiologische Untersuchung in dieser Lebensphase ist keine Routinekontrolle – sie ist eine individuelle Standortbestimmung. Je nach Ausgangssituation umfasst sie:

  • Ausführliches Gespräch zu Beschwerden, Familiengeschichte und Lebensstil
  • Blutdruckmessung – auch im Verlauf, nicht nur einmalig
  • Ruhe-EKG und bei Bedarf Langzeit-EKG (bei Herzstolpern oder -rasen)
  • Herzultraschall (Echokardiographie) zur Beurteilung von Herzstruktur und Pumpfunktion
  • Labordiagnostik inkl. Cholesterin, Blutzucker, Entzündungsmarker
  • Individuelle Risikoeinschätzung und Beratung zu Prävention und Lebensstil

Besonders aufschlussreich ist bei Frauen in dieser Lebensphase die Kombination aus Herzultraschall und 24-Stunden-Blutdruckmessung – weil der Blutdruck in den Wechseljahren oft genau nachts ansteigt, wenn er eigentlich abfallen sollte. Dieser fehlende nächtliche Abfall ist ein eigenständiger Risikofaktor der im Praxistermin unsichtbar bleibt – und den nur eine Langzeitmessung erfasst.

Mein Ziel: Sie verstehen nach dem Termin genau, wo Sie stehen – und was als nächstes sinnvoll ist.

Was Sie selbst tun können

Die gute Nachricht: Das kardiovaskuläre Risiko nach der Menopause ist kein Schicksal. Mit den richtigen Maßnahmen lässt es sich deutlich senken:

  • Regelmäßige Bewegung – mindestens 150 Minuten moderate Aktivität pro Woche senkt Blutdruck und Cholesterin
  • Ernährung – mediterrane Kost schützt nachweislich das Herz
  • Nicht rauchen – Rauchen verdoppelt das Herzinfarktrisiko nach der Menopause
  • Stressmanagement – chronischer Stress erhöht das kardiovaskuläre Risiko bei Frauen besonders stark
  • Regelmäßige Kontrollen – Blutdruck, Cholesterin und Blutzucker im Blick behalten

Was genau für Sie sinnvoll ist, besprechen wir gemeinsam – abgestimmt auf Ihre Situation, nicht nach Schema F.

Häufige Fragen – Herz und Wechseljahre

Ab wann sollte ich in den Wechseljahren zur Kardiologin?

Ich empfehle spätestens mit Beginn der Wechseljahre einen ersten kardiologischen Check-up – besonders wenn Risikofaktoren wie Bluthochdruck, Diabetes, familiäre Herzerkrankungen oder Rauchen vorliegen. Auch wenn Sie bisher herzgesund waren: der Zeitpunkt nach der Menopause ist ideal für eine Standortbestimmung.

Erhöhen Wechseljahre das Herzinfarktrisiko wirklich?

Ja – das ist medizinisch gut belegt. Vor der Menopause sind Frauen durch Östrogen teilweise geschützt. Nach der Menopause gleicht sich das Herzinfarktrisiko von Frauen dem von Männern an. Das heißt nicht, dass ein Herzinfarkt droht – aber es bedeutet, dass Vorsorge jetzt wichtiger wird.

Kann ich Hormonen nehmen um das Herzrisiko zu senken?

Die Frage nach Hormontherapie ist individuell und sollte gemeinsam mit Ihrem Gynäkologen und mir besprochen werden. Eine Hormontherapie kann bestimmte Beschwerden lindern, ist aber kein allgemeines Herzschutz-Mittel. Ich berate Sie zu den kardiologisch relevanten Aspekten – die gynäkologische Entscheidung treffen Sie mit Ihrer Gynäkologin.

Brauche ich eine Überweisung?

Für Privatpatientinnen und Selbstzahlerinnen nicht – Sie können direkt einen Termin buchen. Für gesetzlich versicherte Patientinnen ist eine Überweisung vom Hausarzt Voraussetzung.

Nehmen Sie Kassenpatientinnen?

Meine Praxis richtet sich in erster Linie an Privatpatientinnen und Selbstzahlerinnen. In begrenztem Umfang behandle ich auch gesetzlich versicherte Patientinnen mit Überweisung.

Haben Sie Fragen zu Ihrer Herzgesundheit in den Wechseljahren - oder möchten Sie wissen, wie es aktuell um Ihr Herz steht? Ich freue mich auf Ihren Besuch in meiner Privatpraxis in München-Bogenhausen.

DR. MED. THERESA LUHMANN
Privatpraxis für Kardiologie | Innere Medizin | Notfallmedizin

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Kardiologie Bogenhausen Empfang

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Dr. med. Theresa Luhmann – Kardiologin München

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